Freitag. 03.09.2010
Engere Vorauswahl
Bakterien sind geniale Geschöpfe. Jeder Mensch hat zehnmal so viele bakterien wie körpereigene Zellen. Wusstet Ihr, dass die Mitochondrien, vermutlich früher Bakterien waren, die nun mit unseren Zellen eine enge Kooperation eingegangen sind (und nur von Frauen weitervererbt werden)?
Ein Bakterienschwarm passt sich sehr schnell an , ist lernfähig. Wer ist also die Krone der Schöpfung? Was die Überlebenschance angeht, derzeit eindeutig die Bakterien.
Sie sind teilweise sehr nützlich für uns. Andererseits auch eine große Gefahr.
Heute nun eine News, die zeigt, dass die Menschheit immer mehr Tricks der Bakterien kapiert:
Die Wissenschaftler konnten experimentell beweisen, dass an den Menschen angepasste Bakterien die Abschilferung von Schleimhautzellen unterdrücken, um ihren Wirt besser kolonisieren zu können. Die Forschungsergebnisse der Konstanzer Zellbiologen, die jüngst in der renommierten Wissenschaftszeitschrift „Science“ publiziert wurden, stellen den bislang wenig beachteten Abschilferungsprozess, die sogenannte Exfoliation, in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses: „Wenn der Vorgang der Exfoliation besser verstanden wird, können wir in der Zukunft auch die raffinierten Tricks der Bakterien aushebeln und dieses Wissen für prophylaktische oder therapeutische Ansätze nutzen können“, erklärt Professor Hauck.
http://idw-online.de/pages/de/news384892Der Trick der Natur, die Gene unsterblich zu machen und komplexe Wesen innerlich zu reparieren besteht darin, Kopien anzufertigen. Zellteilung ist sowwohl einer der komplexesten biologischen Prozesse als auch das beste Anti-Aging Mittel, das wir von Haus aus besitzen. DIesen Prozess sollte man also möglichst gut verstehen, weil man da sicher was fürs Anti-Aging lernen kann.
Hier eine News von heute:
Eine Grundvoraussetzung für Wachstum und Leben eines vielzelligen Organismus ist die Fähigkeit seiner Zellen, sich zu teilen. Dafür werden die Chromosomen der Zellen zunächst verdoppelt und anschliessend auf die Tochterzellen verteilt. Die Verteilung der einzelnen Chromosomen wird durch einen Proteinkomplex aus mehreren hundert verschiedenen Proteinen organisiert, das sogenannte Zentrosom. Bei Krebszellen ist das Zentrosom häufig unnormal geformt oder kommt in unkontrollierten Mengen vor. Die Gründe dafür waren bisher weitgehend unbekannt. Wissenschaftler des Berliner Max-Planck Instituts für molekulare Genetik haben jetzt gemeinsam mit Kollegen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und des Leibniz-Instituts für Altersforschung – Fritz Lipmann-Institut in Jena die Funktion der einzelnen Bestandteile des Zentrosoms untersucht. In der renommierten Fachzeitschrift EMBO Journal stellen die Forscher um Bodo Lange detailliert die einzelnen Bestandteile des Zentrosoms vor und beschreiben deren Funktion. Ihre Arbeit erweitert das Wissen über die Regulation der Zellteilung und ermöglicht neue Ansatzpunkte für das Verständnis der Krebsentstehung [Müller et al., EMBO J, 03.09.2010, doi:10.1038/emboj.2010.210].
http://idw-online.de/pages/de/news384758eines der hauptziele der biologie ist natürlich das verständnis des genetischen codes.
das genom zu entschlüssen hat viele jahre gebraucht. mittlerweile kann man das erheblich schneller und kostengünstiger. um die sprache zu verstehen, muss man natürlich das genom möglichst vieler menschen scannen und vergleichen.
dazu diese news von heute:
Die bisher umfangreichste Karte genetischer Unterschiede innerhalb der Menschheit hat jetzt ein internationales Kooperationsprojekt in „Nature“ veröffentlicht. Die so genannte „HapMap 3“ vergleicht Varianten von Menschen aus elf verschiedenen Populationen und identifiziert erstmals auch seltene Genveränderungen. Sie enthüllt unter anderem rasante Zunahmen einiger Sequenzvarianten als Anpassung an Lebensbedingungen und zeigt, dass die meisten Genveränderungen ihren Ursprung in Afrika, der Wiege der Menschheit, haben.
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-12 ... ensmagazin)
Von der Tropenkrankheit Malaria sind weltweit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich rund 250 Millionen Menschen betroffen, knapp die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in malariaverseuchten Gebieten. Pro Jahr fordert die Erkrankung rund eine Million Todesopfer, vorwiegend Kinder. Hervorgerufen wird Malaria durch Parasiten, die durch den Stich der Anopheles-Mücke in die Blutbahnen des Menschen geraten.
Ein neuer Wirkstoff gegen die Parasitenerkrankung Malaria soll auch jenen Erregern den Garaus machen, die gegenüber gängigen Medikamenten resistent geworden sind. Entwickelt hat die Substanz namens NITD609 ein internationales Forscherteam um Matthias Rottmann vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel in Zusammenarbeit mit Industriepartnern. In Versuchen mit Mäusen und Ratten konnten die Tiere bereits durch eine einzige oral verabreichte Wirkstoffdosis von zwei Haupterregern der Malaria geheilt werden. Nebenwirkungen wurden im Tiermodell nicht beobachtet. Derzeit laufen weitere Tests, die, so hoffen die Wissenschaftler, gegen Ende des Jahres in erste klinische Studien mit Menschen münden könnten. Neue Malariawirkstoffe werden dringend benötigt, da die letzte Neuentwicklung bereits ein Jahrzehnt zurückliegt: Gegen Artemisinin, einen sekundären Pflanzenstoff des Einjährigen Beifußes, entwickeln die Parasiten zunehmend Resistenzen.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/311868Nick Bostrom hatte schon richtig erkannt, dass der Fortschritt nicht durch einen genialen Forscher gemacht wird sondern letztlich aus der Summe von Forschungserbnissen entsteht. Daher ist das beste Mittel, den Fortschritt zu beschleunigen ganz einfach die Förderung von Forschungsprojekten.
Stammzellenforschung liegt im Trend und ist auf jeden Fall auch nützlich für längere Lebenserwartung:
"Es ist wichtig, diese Mechanismen der Stammzellen noch besser zu verstehen, denn wir wissen noch viel zu wenig darüber, warum manche adulte Stammzellen sich teilen, um sich zu erneuern, andere wiederum sich in Spezialisten entwickeln", erklärt Prof. Anthony Ho. Deshalb setzen er und seine Kollegen große Hoffnungen auf den neuen Sonderforschungsbereich (SFB), den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 1. Juli etabliert hat. "Selbsterneuerung und Differenzierung von Stammzellen" ist sein Titel, kurz auch "SFB 873" genannt.
17 Teilprojekte werden hier in den nächsten vier Jahren untersucht, auch drei Nachwuchsgruppen gehören dazu. Die DFG lässt sich das Projekt 9,3 Millionen Euro kosten. Nach vier Jahren wird eine Zwischenbilanz gezogen, fällt diese positiv aus, wird um vier weitere Jahre verlängert, dann wieder evaluiert, möglicherweise noch einmal verlängert. Und zwölf Jahre sind in der Forschung eine Menge Zeit.
http://www.rnz.de/zusammen21/00_2010090 ... esseln.phpMein Favorit für heute:
Das neue Mittel gegen Malaria
http://www.wissenschaft-aktuell.de/arti ... 87062.html